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AVIXA V202.01:2016: DISCAS
Display Image Size for 2D Content in Audiovisual Systems 
Bildgröße von Displays / Monitoren für 2D-Inhalte in audiovisuellen Systemen

Warum Standards im AV-Sektor immer wichtiger werden und warum eine Planung auf der Basis von wissenschaftlich fundierten Vorgehensweisen einfach und schnell Klarheit schafft, erläutert AV-Projektleiter und Trainer Holger Wiesenberg, CTS®.

Gerade im professionellen AV-Bereich ist es wichtig, standardisiert vorzugehen. Internationale wissenschaftliche Standards für den AV Bereich werden daher nicht nur innerhalb der AV Technik, sondern werden zusammen mit Fachleuten aus anderen Disziplinen entwickelt. Beim DISCAS-Standard waren dies Augenärzte, Psychologen und anderen Spezialisten, um nicht nur Technik und gängige Praxis, sondern auch den Menschen, und insbesondere das menschliche Sehvermögen zu berücksichtigen.

Solche Standards bilden eine wissenschaftlich fundierte Grundlage zum Planen und Entwerfen von Video-Systemen, Bestimmen von Betrachtungswinkeln und zum Ermitteln von Bildschirm- und Leinwandgrößen im Verhältnis zu den Raumanforderungen und berücksichtigen dabei den jeweiligen Einsatzzweck! Von der notwenigen Wahrnehmung ist eben ein großer Unterschied, ob "nur" eine Powerpoint Präsentation verstanden werden soll, oder beispielsweise medizinische Daten auf Pixelebene analysiert werden müssen. 

In diesem Zusammenhang werden anders als bei den in der Vergangenheit verbreiteten Faustregeln zur Bildberechnung (zb. 4-6-8-Regel) nicht nur die nun erheblich höheren Auflösungen, sondern auch die Abhängigkeit von den dargestellten Inhalten in Betracht gezogen.
Hierfür bietet der DISCAS Standard Messgrößen, um passend zu Raum- und Bildgröße sinnvolle Elementgrößen zu planen oder zu empfehlen.

Vor dem Beispiel möchten wir noch kurz die Begriffe ADM und BDM erläutern.
Es handelt sich dabei die Betrachtungskategorien ADM (analytical desicion making) analytische Entscheidungsfindung und BDM (basic decision making) grundlegende Entscheidungsfindung, die für verschiedenen Einsatzzwecke die geschaffen wurden. ADM dient dabei der vorgenannten Entscheidungsfindung auf Pixelebene, BDM ist dagegen auf die Inhaltliche Aufnahme von Präsentationen oder Dokumenten ausgelegt. 

Nehmen wir nun das Beispiel eines Displays mit 1080p Auflösung im Vergleich zu 4K. 

Also 1920 x 1080 im Vergleich zu 3840 x 2160, um in Zahlen zu sprechen. Unser Bildschirm ist 160cm breit und 90 cm hoch. (72 Zoll Diagonale)

Bei einer Bildhöhe von 90 cm berechnen wir den entferntesten Betrachter (Farthest viewer FV mit dem Sehstärkefaktor 3438) für medizinische Details (ADM)

     FV = 90/1080*3438 ⇒ FV = 90/2160*3438

     FV = 286,5 cm ⇒ FV = 143,25 cm

Jedem dürfte sofort klar werden, dass die Informationen kleiner werden, wenn wir doppelt so viele Pixel auf gleichen Raum „pressen“. Hieraus ergibt sich, dass bei einer 4K/UHD Auflösung der entfernteste Betrachter nur halb so weit entfernt sein sollte wie bei FullHD. Dies wird in keiner der „Faustregeln“ beachtet, da diese zumeist in Zeiten entstanden sind, in denen Auflösung und Seitenverhältnis keine große Rolle gespielt haben.

Wenn Sie sich selbst ein Bild machen möchten, können Sie einfach den Online Rechner für DISCAS ausprobieren. Weitere Beispiele und Erläuterungen gibt es dann auch in den Kursen von AVIXA.

Was bringt dieser Standard nun einem Planer oder Integratoren? Oder auch dem Kunden? 

Allen dreien bringt er Vergleichbarkeit und objektive Bewertungs- und Qualitätskriterien. Der Kunde kann somit ein objektiv prüfbares, gut funktionierendes System erwarten, der Planer kann es vorschlagen, danach planen, es fordern und auch die erbrachten Leistungen prüfen. Der Integrator kann, durch standardisiertes Vorgehen, die eigene interne Qualität kontrollieren, anheben und dieses Vorgehen von allen Mitarbeitern erwarten und einfordern. Dies ermöglicht reproduzierbare Ergebnisse und zwar nicht aus „Zufall“, sondern weil mit System und systematischen Vorgaben und Qualitätskriterien gearbeitet wird.

Sowohl Integrator als auch Planer können zudem aus der Masse herausstechen, indem Sie zeigen, dass sie sich nicht auf Faustregeln und Pi-mal-Daumen-Aussagen verlassen, sondern mit internationalen Standards arbeiten und somit auch helfen, die Qualität der Branche zu erhöhen.

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Definition1 BDM und ABM:
  4.2. Beschreibungen der Betrachtungskategorie
  4.2.1. Grundlegende Entscheidungsfindung
Der Betrachter kann auf Basis des angezeigten Bildes grundlegende Entscheidungen treffen. Die Entscheidungen hängen nicht von kritischen Details innerhalb des Bildes ab, aber der Betrachter kann Informationen aufnehmen und behalten. Der Betrachter setzt sich aktiv mit dem Inhalt auseinander (z. B. Informationsanzeigen, Präsentationen mit detaillierten Bildern, Schulungsräume, Konferenzräume, Mehrzweckräume, Produktillustrationen). Grafiken und Text sind so gut lesbar, dass der Betrachter Entscheidungen basierend auf den wahrgenommenen Inhalten treffen kann. Die Entscheidungen werden getroffen, weil der informative Inhalt selbst verstanden wird, und sie hängen nicht von der Auflösung jedes Details ab.
  4.2.2. Analytische Entscheidungsfindung
Der Betrachter setzt sich umfassend mit jedem Detail des Inhalts auseinander und muss jedes Element des angezeigten Bildes verarbeiten können. In Umgebungen für die analytische Entscheidungsfindung können wichtige Bewertungen vorgenommen werden. Dazu gehören u. a. die Untersuchung medizinischer Bildgebung, bildende Künste, Konstruktions- oder Architekturzeichnungen, elektrische Schaltpläne, Untersuchung von Fotografien, forensische Beweise oder Fehleranalysen.
Je nach den Anforderungen des Betrachters können die Systemdesignkriterien eine oder beide dieser Betrachtungskategorien umfassen. 

1aus: AVIXA V202.01:2016: DISCAS Bildgröße von Displays / Monitoren für 2D-Inhalte in audiovisuellen Systemen

 


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